Pressestimmen

Augsburger Allgemeine, 16.10.2016

KLEZMERS TECHTER geben furios Einblick in die Seele der aschkenasischen und sephardischen Juden.

KlEZMERS TECHTER sind ein temperamentvolles Trio mit geballter Frauen- Power und einem Übermaß an Spielfreude, künstlerischem Können und gebündelter Musikleidenschaft.Wenn sie über ihr Publikum hereinbrechen, diese fröhlichen Frauen mit der ansteckenden Heiterkeit und Leichtigkeit des Seins, dann erleben die Konzertbesucher einen unvergesslichen Abend. So war es auch wieder in Binswangen, wo KLEZMERS TECHTER erneut Station machten und ihren gewohnt fulminanten Auftritt hinlegten.

Das Programm mit dem Titel ” In a Klezmer´s Mood” machte seinem Namen von der Stimmung her alle Ehre. Almut Schwab, die mit Akkordeon, Flöten und Hackbrett glänzt, die noble hochgewachsene Musikerin Nina Hacker am Kontrabass und die große Dame des Klarinettenspiels, Gabriela Kaufmann sind ein wahres ” Trio nobile”, von dessen Musik man nicht genug bekommen kann…………………Musikalische Tiefe und Innigkeit kommen in den jiddischen Liedern wie ” Papirossen” ( die Geschichte eines kleinen Jungen, der versucht, im Ghetto Zigaretten zu verkaufen) genauso zum Ausdruck wie in den Liebesliedern, die beim Konzert in Binswangen die zauberhafte junge Sängerin Miriam Ast präsentierte.Ihre warme und wandelbare Stimme erinnert in Sequenzen an den einstigen Superstar Esther Ofarim……………….Die Interpretin setzte dem Auftritt von KLEZMERS TECHTER das Sahnehäubchen auf und erntete reichlich Beifall des begeisterten Auditoriums………..Wenn Gabriela Kaufmann ihre Klarinette weinen, lachen, jubeln und ganze Geschichten erzählen läßt, Almut Schwab mit ihrem Akkordeon wie ein Derwisch herumhüpft und Nina Hacker am Kontrabass für Begeisterung beim Publikum sorgt,geht ein hinreißender Konzertabend zu Ende……….

MARGOT SYLVIA RUF

Ludwigsluster Kreiszeitung, 01.07.2015

Festliche Musik im Synagogenhof

Ein Erfolg auf ganzer Linie war das mit 120 Besuchern so gut wie ausverkaufte Open-Air-Konzert im Synagogenhof vor dem PKC. Als Vorgruppe trat ein Quartett um den Brackenheimer Klarinettisten und Sänger Thomas Kible auf. Als Hauptact waren die Musikerinnen von Klezmers Techtern zu hören.

Die Klezmers Techter begeisterten ihr Publikum.
Als die Vorgruppe nach „Bei mir bist du schoen“ mit „When the Saints Go Marching in“ am Ende ihres Programms angekommen war, konnte Kible den Text aus aktuellem Anlass variieren: „When the sun beginns to shine“. Freundlicher Applaus begrüßte im Anschluss die drei Musikerinnen von Klezmers Techter, als sie in schwarzen Kostümen ins abendliche Streiflicht traten. Seit der Gründung 1994 hat sich das Trio mit seinen Interpretationen von traditionellen jiddischen Liedern und Eigenkompositionen in diesem Stil eine beachtliche Reputation erworben.
Diese seit dem 15. Jahrhundert zunächst im osteuropäischen Judentum entstandene Musik ist mehr noch als ein Genre ein Stil der Anverwandlung: Analog zur Sprache des Jiddischen kam es zu einer Assimilation folkloristischer Musiken aus Rumänien, Ungarn, Russland, der Ukraine und Polen, im Lauf des 20. Jahrhunderts in den USA auch des Jazz. Eine wesentliche Liedform des Klezmer ist der Freylekhs – ein „fröhliches Stückchen“ im Zweiviertel-Takt. In den singenden, gezupften Basslauf von Nina Hacker stieg Almut Schwab heiter mit dem Akkordeon ein, Gabriela Kaufmann blendete behutsam die Klarinettenstimme ein: zunächst tief melancholisch schluchzend, dann in anschwellenden Arabesken sich fast ekstatisch aufschwingend, juchzend, röhrend schließlich – tänzerisch scheint der Parcours eines kompletten Lebens darin auf.
Klezmer ist festliche, ja feierliche Musik, die zu Hochzeiten und anderen Familienfesten gespielt wurde, aber mit ausgeprägtem Widerwillen gegen allzu steife, uniforme Konventionen: eine Feier der Lebensfreude in unmittelbarer Nachbarschaft von Trauer und Leid. Himmelhoch jauchzend, zu Tode betrübt. Im Klezmer passt da kaum eine Note dazwischen. Mit einer Staccato-Figur stellte Schwab einen Tango in den Raum, Kaufmann begann im Pianissimo auf der Bassklarinette, bevor sie auf der Klarinette espressivo zu munteren Sprüngen ansetzte. Ein abruptes Akkordeon-Glissando unterbrach sie rüde. Dazu ließ Hacker ihren Kontrabass schnalzen.
Im „Varshawer Freylekhs“ führten Bassklarinette und Akkordeon einen neckischen Dialog über einem spannungsvollen Bass-Ostinato. „Los Bilbilicos“ („Die Nachtigall“) wurde zum Bravourstück für Schwab an der Querflöte: Spuckend, stockend, stotternd, in rollenden, synkopierten Trillern brachte sie ihre Verzierungen an, für die der gestrichene Bass und Kaufmanns Bassklarinette mit langgezogenen Seufzern eine opake Folie bildeten. Wie im Jazz kommt es darauf an, was – und vor allem wie – man jenseits der Partitur spielt.
Es gibt sogar eine Zugabe
„Friling“ gestalteten sie als faszinierendes Gewebe mit wehmütigem Ausklang, einen weiteren Höhepunkt mit Manuel de Fallas „Nana“: Auf dem Hackbrett modulierte Schwab die bestechende Melodie aus klarer Tiefe hervor. Neben der kontrastierenden Mehrteiligkeit der Kompositionen – Introspektives kippte urplötzlich in eine Polka – ist Klezmer auf spieltechnischer Ebene durch ausgeprägten Umgang mit Dynamik und Agogik bis hin zu dramatischen Effekten gekennzeichnet, von Tricks und Gimmicks bestimmt: jähes Innehalten, um dann doppelt so schnell weiterzuspielen, als könne man die verlorene Zeit einholen.
Grandios „Fun Tashlikh“ von Naftule Brandwein, virtuose Legato-Läufe und nahezu freejazzartige Ausbrüche in Kaufmanns Klangrede. Für die Zugabe bauten Akkordeon und Bass ein swingendes Bett, in dem die Klarinette langsam erwachte. Launig ertönte das „Pink Panther“-Thema, wie ein Lachen die fallende Kaskade am Ende. Nicht fehlen durfte Humor: Immer wieder kosten sie Verzögerungen, Unterbrechungen, Störungen komödiantisch aus. „Mazel Tov“ heißt „Viel Glück!“ und ist zum Purimfest zu hören, laut der Mainzerin Schwab der Fasnet ähnlich.
HARRY SCHMIDT


Südwestpresse Online / 30.06.2015

Musikalischer Sommerabend im PKC

Sie begeistern seit ihrer Gründung vor 21 Jahren das nationale und internationale Publikum, spielen auf großen Bühnen und bei Festivals und sind eines der wenigen weiblichen Klezmerensembles überhaupt: “Klezmers Techter” aus Mainz spielten am Samstag im Hof der ehemaligen Synagoge in Freudental. Unter freiem Himmel und mit unbändiger Spielfreude. Zuvor hatten die sechs Musiker der Bourbon Street Ramblers Dixieland Jazz Band unter der Leitung von Thomas Kible mit ihrem unverkennbaren und gefälligen Sound die Zuhörer auf den Abend eingestimmt.

Es war die erste Freilichtveranstaltung unter der neuen Leitung des Pädagogisch-Kulturellen Centrums (PKC) und das erste nach einer vierjährigen Pause: “Mit diesem Open-Air-Konzert wird einem oft geäußerten Wunsch der Mitglieder Rechnung getragen”, sagte Barbara Schüssler, die seit September 2013 im PKC für die Bereiche Pädagogik und Kultur zuständig ist. “Wir freuen uns, dass das Wetter nun doch mitspielt”, sagte Schüssler.

Wenn nicht unter freiem Himmel, wo sonst kann ein Konzertbesucher die Magie der Klezmermusik so wunderbar auf sich wirken lassen: Als ob eine übergeordnete Instanz die Choreografie übernommen hätte, schoben sich dunkle Wolkenfetzen genau dann über den milchigen Mond, als die Musikerinnen Gabriela Kaufmann (Klarinette und Bassklarinette), Almut Schwab (Akkordeon, Flöten und Hackbrett) und Nina Hacker (Kontrabass) mit “Friling”, einem in der Zeit des Holocaust entstandenen Stücks, dem unsäglichen Leiden Millionen Verfolgter und Ermordeter gedachten: Mit im Herzschlagrhythmus gezupften Basstönen, mit dem wehmutsvollen, anklagenden Klarinettenspiel von Gabriele Kaufmann (die beim großen Giora Feidman in die musikalische Lehre ging) und den schrillen Klängen, die Almut Schwab ihrem Akkordeon entlockte.

Dann verzogen sich die Wolken und gaben den Blick frei auf einen hellen, fast strahlenden Mond, der gewiss ebenso seine Freude hatte an den “freylekhen”, den fröhlichen und unbeschwerten Kompositionen der aschkenasischen und sephardischen Juden, an den Hochzeits- und Festtagsliedern wie die Störche, die just da im Tiefflug über den Dächern Freudentals kreisten. Impressionen, welche die atmosphärische Dichte noch intensivierten und die unbändige Spielfreude der Musikerinnen unterstrichen, die sich in der Art und Weise zeigte, wie Gabriela Kaufmann bei den freien Improvisationen und den traditionellen Interpretationen mit ihren Klarinetten und dem Konzertpublikum kokettierte und an dem an Variationen reichen Spiel von Nina Hacker: Über weite Teile eher zurückhaltend agierend, beglückte sie mit ihren gelegentlichen Bass-Soli die Konzertbesucher jedes Mal aufs Neue. Und nicht zuletzt lag es an der mitunter atemberaubenden Geschwindigkeit, mit der Almut Schwab ihr Akkordeon bearbeitete, wie sie taktvoll’ auf den Instrumentenkorpus klopfte und virtuos die verschiedenen Flöten blies.

Ein außergewöhnlicher, fast schon sphärisch-bizarrer Klangteppich wurde gewoben, als die Multiinstrumentalistin Almut Schwab bei Nachman’s Wink’ ihr Akkordeon ablegte, um mit Holzschlägeln die Saiten ihres Cimbaloms anzuschlagen. Der Klang dieses Schlaginstruments, insbesondere in der Vereinigung mit den tiefen Tönen der Bassklarinette und den Pizzicato- Klängen des Kontrabasses zeugte auf sehr beeindruckende Weise von der großen Musikalität des Komponisten und von der Hingabe, mit der sich “Klezmers Techter” mit ihrem authentischen Spiel vor diesem Musikschaffenden verneigten.


Melodiva, 09.03.2015

Klezmers Techter
“Mayim”

Seit ihrem letzten Album („Shoschanim“) ist einige Zeit vergangen, doch das Warten hat sich gelohnt. Die dritte CD der Techter ist genauso melancholisch-gefühlvoll wie ihre letzte Scheibe. Auf „Mayim“ präsentieren die drei Musikerinnen erneut 13 Stücke, die zwischen fröhlichen Tanzliedern und tieftraurigen Balladen wechseln. Die ersten zwei Stücke geben den Ton der CD an. Heiter beginnt das Klezmer-Vergnügen mit „Freylekhs Nr. 52“ (Freylekhs ist die Abkürzung von “a freylekhs sttikele” = ein fröhliches Stückchen), worauf gleich das dunkle „Uvyom Hashabatt – Avinu Malkenu“ folgt, ein Stück, das aus der jüdischen Liturgie stammt. Klezmers Techter stellen gleich mit diesen ersten beiden Stücken klar, dass die Gefühle beim Zuhören rauf und runter gehen werden. Wie immer geht es in der Musik der drei Musikerinnen um Leid und Sehnsucht, um Trauer und Freude. Manchmal werden gar alle Gefühle in einem einzigen Stück hervorgerufen. „Mazel Tov“ ist so ein Stück – einerseits heiter vertonter Glückwunsch, der durch die tiefen Töne der Klarinette (Gabriela Kaufmann) jedoch zugleich traurig stimmt.
Neben den Instrumental-Stücken, bei denen stets Almut Schwab mit ihrem Akkordeon den Takt vorgibt, bietet das Album auch zwei gesungene Lieder. Die Gastsängerin Miriam Ast singt erst ein klagendes Liebeslied, das zu Tränen rührt, obwohl der Text gar nicht mal so traurig ist. Allein ihr herzzerreißendes „Eieieiei“ sticht ins Herz. Noch tiefer ins Herz sticht die zweite Ballade vom Waisenkind, das in dunklen, kalten Nächten versucht, Papierrosen und Streichhölzer zu verkaufen, die keiner haben will. Aus dem Bauch des Kontrabasses (Nina Hacker) klingen dunkle Töne, die mit der Stimme der Jazzsängerin verschmelzen. Verabschieden tun sich die Musikerinnen mit einem Wiegenlied von Manuel de Falla – traurig, ruhig, sanft. Für immer entschlafen? Aber nein, denn dann würde man es verpassen, Klezmers Techter auch mal live zu erleben. Die sind nämlich derzeit landesweit unterwegs, und wer die Chance hat, sie zu erleben, sollte das tun.
CD, 2015, 13 Tracks, Label: flexation
Tina Adomako
09.03.2015


04.03.2015: “KLEZMERS TECHTER” IN GELTING

Himmlische Töne für irdische Wesen

Gelting – „Klezmers Techter“ bezaubern ihr zahlreich erschienenen Besucher im Geltinger Hinterhalt. Die drei Virtuosinnen bringen ihrem Publikum die jiddische Kultur näher.

Im Hinterhalt ist es mäuschenstill, als sich eine elegante Frau zu den leisen Tönen ihrer Klarinette und dem warmen, dunklen Ton eines Kontrabasses tänzelnd durch den Vorhang schiebt. Ihr folgt ebenso leise und anmutig eine Frau am Akkordeon. Für die gebannt lauschenden Zuhörer ein ungewöhnlicher, erwartungsvoller Beginn eines beeindruckenden Konzertes in der nahezu ausverkauften Geltinger Kleinkunstbühne. Auf Empfehlung der Ausnahmegeigerin Martina Eisenreich sind „Klezmers Techter“, drei Virtuosinnen aus dem mittleren Norden, ins Land zwischen Isar und Loisach gekommen. Im Gepäck haben sie neben dem Zimbalon (das Hackbrett als klassisches Klezmer-Instrument) eine Klarinette, eine Bassklarinette, ein Akkordeon, eine Querflöte, eine Piccoloflöte, einen Kontrabass und eine fast unbeschreibbare Spielfreude.

Von Beginn an führt die charmante Klarinettistin Gabriela Kaufmann, ehemalige Schülerin des großen Giora Feidman und offensichtlich des Jiddischen mächtig, überaus sachkundig in jiddisches Leben, Bräuche, Geschichte und Wortkunde ein. Augenzwinkernd beschreibt sie die jiddischen Spielleute aus dem Osteuropa des 19. Jahrhunderts, deren Musik nicht notiert, sondern von den Vätern an die Söhne weiter gegeben wurde. Diese durften nicht an Hochschulen studieren, sondern mussten sich als musikalische Begleiter bei Taufen, Hochzeiten und vielen Festen ihr Überleben mit „schnarren“ („schnorren“) sichern. In gut hundert Minuten geht es weiter im Musikprogramm „Mayim“, was auf hebräisch „Wasser“ heißt, fließend von Lied zu Lied mit traditionellen Elementen aus Tango, Polka, Walzer, Musette, orientalischen Tönen und neuzeitlichem Jazz. Im geographischen Sinn wandeln „Klezmers Techter“ auf jiddischen Spuren von „Schtedl“ zu „Schtedl“, also von der Ostukraine über Israel und Ungarn nach Spanien, nach New York und wieder zurück.

Dabei stellen die drei studierten Musikerinnen, allesamt Dozentinnen auf ihren Instrumenten, neben ihrer hohen musikalischen Kunst auch ihr komödiantisches Talent unter Beweis: Die Multi-Instrumentalistin Almut Schwab wippt und tänzelt, egal ob mit fliegenden Löffeln in atemberaubender Geschwindigkeit am Zimbalon, schelmisch trillernd und feixend auf der Piccolo-Flöte, fröhlich und nachdenklich mit der Querflöte oder fordernd am Akkordeon. Die etwas zurückhaltendere Nina Hacker erdet das musikalische Treiben ihrer Klezmer-Kolleginnen an ihrem Kontrabass, der wie ein menschlicher Herzschlag das Fundament zu allem bildet, und der auch als Percussion-Instrument genutzt eine beeindruckende Figur abgibt. Das begeisterte Publikum wird – begleitet von jiddischer Wortkunde und Witzen – mitgenommen zu Tanzfesten, zu Hochzeitsfeiern mit der Braut „unter der Haube“ (jiddisch) und zu allen Arten sonstiger Zusammenkünfte.

An diesem Abend spielt sich das menschliche Leben als Humoreske, als Komödie, als Trauerspiel und Drama ab – nahtlos ineinander übergreifend. Als die Musikerinnen, erst symbolisch an der Klagemauer musizierend, dann auch des fürchterlichsten Ereignisses des jüdischen Lebens, des Holocaust, musikalisch gedenken, werden die Klarinette und das Akkordeon fast tonlos, leise mechanisch verhallend klagend im stillen Hinterhalt, in dem man sich kaum mehr zu atmen traut. Irgendwie sind nach dem Konzert alle ein wenig „jiddisch“ und nehmen nicht nur die Erinnerung an einen unglaublichen Abend mit nach Hause, sondern auch deutlich mehr Wissen um die jiddische Kultur.




13.10.2014
KONZERT DREI MUSIKERINNEN ZIEHEN IN DER ALTEN SYNAGOGE ALLE REGISTER
Ovationen für „Klezmers Techter“
Von Margot Sylvia Ruf

„Klezmers Techter“ wurden in der Alten Synagoge in Binswangen begeistert aufgenommen.

„Das fängt ja gut an!“, werden sich die drei Musikerinnen von „Klezmers Techter“ gedacht haben, als gleich ihr erstes Stück in der Binswanger Synagoge mit frenetischem Beifall goutiert wurde. Das hochmusikalische Trio, das auch noch mit Humor, Charme, Grandezza und einer umwerfenden Aura gesegnet ist, war nicht das erste Mal in der kleinen Dorfsynagoge zu Gast, die längst zu einem kulturellen Mittelpunkt im Landkreis Dillingen avanciert ist.

Die drei Frauen aus Frankfurt und Mainz sind beeindruckende Repräsentantinnen der Klezmer-Musik, die dieses interessante Genre meisterhaft beherrschen und gleich in den ersten Minuten ihres Konzertes den Funken überspringen lassen. Das Publikum ist gefesselt. Und man muss einfach hingerissen sein von dieser streckenweise clownesken Almut Schwab, einer Allroundinstrumentalistin von wunderbarer Herzlichkeit. Und was ist diese Gabriela Kaufmann an ihrer Bassklarinette für ein Erlebnis! Sie bricht über ihre Zuhörer herein wie ein musikalischer Tsunami. Nina Hacker brilliert am Kontrabass mit nobler Zurückhaltung, auch wenn sie dort, wo es angebracht ist, sowohl ihrem Instrument als auch dem eigenen Talent das notwendige Tableau bereitet. Sie ist eine interessante und faszinierende Interpretin.

Klezmers Techter gelten als musikalische Formation, die Professionalität dokumentiert, ohne Routine spüren zu lassen. Ihr Respekt vor den verschiedenartigen Musikkulturen wird bei den Frauen ganz deutlich spürbar. Vielfältige Klezmer-Klänge mit den Einflüssen unterschiedlicher Länder in Europa, die von den jiddischen Musikern einst geradezu aufgesogen wurden, lässt das Trio hören. Mimik, Körpersprache, musikalisches Talent und ein Schuss Erotik werden zur explosiven Mischung, die das Publikum rundweg begeistert. Tango nuevo ist bei den gespielten Stücken genauso heraushörbar wie französische Musette-Variationen oder Jazz-Elemente.

Augenzwinkernder musikalischer Wettstreit

Eine mächtige Klaviatur von Stimmungen erreicht die Zuhörer wie im Fluge. Den Rollenwechsel der Instrumente, den vor allem Almut Schwab eindrucksvoll schafft, wenn sie Hackbrett, Piccoloflöte und ihr geliebtes Akkordeon mit den zwölf Kilo Gewicht zum Einsatz bringt, kann man nur staunend verfolgen. Die Klarinetten-Lady Gabriela Kaufmann liefert sich gerne mit Almut Schwab augenzwinkernd einen musikalischen Wettbewerb, der reinstes Vergnügen bereitet. Wenig später werden die Frauen von „Klezmers Techter“ ganz leise, wenn sie das Lied „Friling“ spielen, das in den Zeiten des schrecklichen Holocausts in Deutschland seinen Ursprung hat. Das Akkordeon liefert dabei schneidende Töne, die fast schmerzhaft Ohr und Herz erreichen.

Doch das Trio möchte sein Publikum nicht traurig nach Hause schicken. Es gibt noch eine Portion Fröhliches aus der Klezmermusik zum Abschied. Die Zuhörer erklatschten sich mehrere Zugaben und wollten Klezmers Techter gar nicht gehen lassen.


06. Oktober 2014
Auf und Ab der Gefühle
Klezmers Techter spielen jüdische Musik ganz anders
Von Manuela Rieger

Erfrischend, melancholisch, virtuos, originell: Gabriela Kaufmann mit Klarinette, Nina Hacker am Kontrabass und Almut Schwab mit Akkordeon, Flöten und Hackbrett.

Giora Feidman ist vermutlich für viele das Synonym für Klezmer Musik. Bei allem Respekt für seine Klarinettenkunst und seine mitreißenden Arrangements – er bedient erfolgreich diverse Klischees über jiddische Musik. Klezmer aber ist mehr – der momenthafte Ausbruch aus dem orthodox-jüdischen Regelwerk; die Armut der osteuropäischen „Schtedl“; die Unruhe der Migranten, die Mischung mit anderen Kulturen im frühen New York und anderswo. Das alles war zu hören bei Klezmers Techter im Freiraum in Blumenthal bei Aichach.

Die drei Musikerinnen untersuchen in der Art valentinesken Irr-Sinns ihre Musik, sie stellen verrückte Fragen nach seiner Herkunft, nach seinem Gebrauch andern Orts. Auch auf die Gefahr hin, sich zu irren. So wirkt ihr Tun vorgeblich chaotisch, ein wenig anarchisch, weil sich allen Regeln entziehend, und siehe da: Wie Vagabunden verweilen sie mal hier, mal da, nie zu lang, und doch lange genug, um Neues zu sammeln. Sie staunen und freuen sich, bleiben immer miteinander in Kontakt, wohl wissend, dass der Vagabund nur im Verbund überleben kann.

Musikalisch gesprochen: Das Trio findet Elemente des Klezmer im Tango Nuevo, in einer französischen Musette, einem ungarischen Kinderlied oder in Jazzelementen. Die Weltoffenheit dieser weitgereisten Musik ist für sie eine Einladung, diese mit Klängen aus Asien und Afrika zu versetzen. Im Gegensatz zu manch selbst ernanntem Weltmusiker wissen die Musikerinnen aber immer, wohin sie wollen und was sie tun.

Auch wenn sie jazzig und funky werden, sich in überschäumender Musizierlust anmachen wie in originären Klezmerbands auf Hochzeiten und Dorffesten – nie haben sie es nötig, mit Bühnengehampel rumzugackern, weil sie sich auf ihre sympathische Körperlichkeit, auf ihre musikalische Professionalität verlassen können. Und eben die ist Voraussetzung für die faszinierende musikalische Bandbreite: zarte, wehmütige, gehauchte Melancholie, avantgardistisch-freche Neutönerei, klassische Folklore, süffige Erotik, die in einen bessarabischen Rhythmus übergeht.

Die drei Frauen aus Frankfurt und Mainz reisen auf der Suche nach Spuren und Wurzeln des Klezmer und schaffen wunderlich-verblüffende Kompositionen aus ihren Funden. Aber sie bedienen sich nicht willkürlich, haben Respekt vor den Musikkulturen, durch die sie ziehen, und nutzen sie mit doch jiddischer Chuzpe. Das heißt mit Witz und Hintersinn, der überspringt.

Nina Hacker, Gabriela Kaufmann und Almut Schwab erweisen der klassischen Instrumentierung charmant und souverän ihre Referenz: dem Bass, der swingenden Klarinette und einem Akkordeon. Und sie erweitern sie mal frech-frivol, mit einem Tenorsax, Hackbrett und diversen Querflöten, kurz: ein absoluter Volltreffer.



Zwischen überschäumender Lebensfreude und stillem Schmerz (veröffentlicht am Mi, 11. Juni 2014 auf badische-zeitung.de)



Die Zeitung für das Zurzibiet, 04.09.2013
Endingen
Grandezza strahlen die drei deutschen Musikerinnen aus,
während sie ihren Instrumenten ein sehr klares, reines Spiel entlocken. In ihrem Programm «Shoshanim – wild und weit wie die Seele» bleiben die Damen aber dennoch nicht nüchtern. Vielmehr verkörpern sie mit strahlenden Gesichtern und geschlossenen Augenlidern die Stimmungen der jiddischen Melodien.
Tradition und fremde Einflüsse
Die Spätsommersonne fällt seitlich durch die hohen Fenster des Synagogenschiffs. Im Hintergrund ein neunarmiger Leuchter. An diesem festlichen Konzertabend zeigen «Klezmers Techter» weder Scheu noch Aufdringlichkeit. Sie sind da, sie sind wach und zeigen eine ruhige Präsenz. Die drei Frauen verstehen sich als Nachfolgerinnen der aus dem jiddisch- sprachigen Osteuropa stammenden Tradition der Klezmermusik. Aber genauso, wie die Klezmorim sich früher für eine Zusammenarbeit mit türkischen und ungarischen Musikern geöffnet haben, bringt das Ensemble Elemente aus Jazz, neuer wie klassischer Musik mit ein.
Quell der Freude
Jüdische Tänze, man kennt es, lassen Knie wippen und Daumen zucken. Bei Almut Schwab, der Akkordeonistin, die auch Flöten bläst und Hackbrett spielt, lösen die anregenden Rhythmen zudem ein ansteckendes Lachen aus. Der Zuhörer kann nicht anders, als sich mitzufreuen. Das Trio trifft aber das Verhaltene genauso wie das Festlich-tanzende. Behutsam führt es das Publikum von der Fülle in die Kargheit, von überschwappender Fröhlichkeit zu stockender Lebensschwere. Eine Melodie verliert sich in unterirdischen Gängen, wird gespenstisch. Bläsertöne tapsen über ein metallisch klingendes Hackbrettgeflecht.
Bereichernde Kreativität
Gabriela Kaufmann spielt die (Bass-) klarinette sehr konzentriert, meist hält sie die Augen geschlossen. In ihrem Spiel hingegen hält sie nichts zurück. Ohne zu zögern kreiert sie Linien, die sich geradewegs in die Kuppel erheben. Almut Schwab präsentiert einmal eine raffiniert- vertrackte Einlage mit der sehr hell klingenden Piccoloflöte. Derweil sorgt Nina Hacker am Kontrabass stets für einen fruchtbaren musikalischen Boden. Sie wirkt eher zurückhaltend, reagiert aber aufmerksam auf ihre Mitmusikerinnen. Die Frauen setzen ihre Instrumente auch
mal auf nicht vorgesehene Weise ein und bringen diese zum Quitschen, Schmatzen oder Atmen. Im Kontext klingen diese Geräusche jedoch nicht fremd, sondern bereichernd oder auch mal lustig.
Leichtigkeit und Details
«Diese Powerfrauen haben Stil», meint ein Besucher. Eine Zuhörerin sagt: «Das ist sehr feine Musik.» Die präzise Leichtigkeit von einem der wenigen weiblichen Klezmerensembles kommt an. Der kreative Umgang mit Stückschlüssen zeigt auch dessen Augenmerk auf Details. Einmal verlieren sich die Töne fast unmerklich in der Leere. Ein andermal trumpft die Melodie zum Schluss mächtig auf oder schwingt sich voller Elan in die plötzliche Stille.An diesem Konzert erlebt man zwar Überraschungen – aber keine bösen.


Klezmer-Fest mit Giora Feidman (Allgemeine Zeitung, 31.08.2013)


Rhein-Lahn-Zeitung 21.08.2013:


29.04.2013
BINSWANGEN
Klezmer steht den Frauen gut

Fulminanter Abend in der Synagoge mit dem Trio „Klezmers Techter“ in Binswangen

Von Margot Sylvia Ruf

Sie spielten, als wäre der Teufel hinter ihnen her und es ginge dabei um ihr Seelenheil. Die drei Musikerinnen der Gruppe „Klezmers Techter“ hatten in der Alten Synagoge einen atemberaubenden Auftritt. Das sei eine Steigerung aller bisher gehörten Klezmerklänge in dem historischen Gebäude gewesen, urteilten am Ende eines zweistündigen Konzertes die zahlreichen Zuhörer.

Was die Protagonistinnen des Abends, zwei Frankfurterinnen und eine Mainzerin, ihrem Publikum da boten, hatte internationales Niveau. Die kleine Dorfsynagoge von Binswangen beeindruckte die Musikerinnen sehr, die am Ende selbst von einem „besonderen Erlebnis“ mit ihren Zuhörern in einem nicht alltäglichen Konzertraum sprachen.

„Klezmers Techter“, bestehend aus Gabriela Kaufmann (Klarinette/Bassklarinette), Nina Hacker (Kontrabass) und Almut Schwab (Akkordeon) sind eine interessante Traumformation mit Suchtpotenzial für all diejenigen, die sie einmal gehört und gesehen haben. Seit 1994 spielen sich die Musikerinnen bereits in die Herzen der Klezmerfreunde landauf landab. Wenn Nina Hacker leise im einstigen Thorabereich den Kontrabass erklingen lässt, ihre beiden musikalischen Mitstreiterinnen getragenen Schrittes dazukommen und ein Dialog der Instrumente beginnt, hört das Publikum mucksmäuschenstill zu.

Schnell ist klar, dass Klezmer, die traditionelle Musik der europäischen Ostjuden, auch weiblichen Musikern gut zu Gesicht steht. Freie Improvisationen gefallen genauso wie die Traditionals von überallher, wo die Klezmorim (Musikanten) einst ihre landestypischen Eindrücke aufgesogen haben. Das musikalische Programm des Gasttrios zeigt sich denn auch vielfältig und beinhaltet Komödie genauso wie Drama, Humoreske und Trauerspiel in einem. Die blonde Gabriela Kaufmann, der das Leben schon einiges ins Gesicht geschrieben hat, bringt die Klarinette zum Jubeln und Weinen, sie lässt sie erzählen von der Melancholie und der ungebändigten Lebensfreude der jüdischen Menschen.

Eine Ausnahmemusikerin ist da zu erleben, der man einfach fasziniert zuhört. Almut Schwab, ein Instrumental-Multitalent beherrscht ihr Akkordeon genauso beeindruckend wie das sensible Hackbrett, wenn es die Stücke erfordern. Bei der „Hora“, einem Schreittanz, entlockt sie dem Hackbrett gar zärtliche Töne, die süß wie Bittermandeln in den Raum tropfen. Ihr musikalisches Temperament ist ungezügelt und von überschwänglicher Lebenslust geprägt. Nobel agiert die dunkelhaarige Nina Hacker am Kontrabass und vervollständigt die künstlerische Power des Frauentrios mit großer Hingabe an ihr Instrument.

Im Laufe des Konzertabends bekommen die Zuhörer aber auch noch Melodien der spanischen Juden wie etwa „Los Bilbilicos “ („Die Nachtigallen“) zu hören oder orientalische Klänge präsentiert. „Friling“ („Frühling“) ist tief ergreifend und in Zeiten des Holocaust, einem der dunkelsten Kapitel der deutschen Geschichte geschrieben worden. Selbst die Stille wird dabei hörbar in der Binswanger Dorfsynagoge.

Das Publikum ist restlos hingerissen von „Klezmers Töchtern“ und auch nach zwei Stunden nicht müde, um den drei Musikerinnen frenetischen Beifall mit auf den weiteren musikalischen Weg zu geben.


Trierer Volksfreund, 0.9.04.2013
Klezmers Techter erzählen von der Lust zu leben
Ihre überschwängliche und sympathische Spiel- und Lebensfreude ist ansteckend: Mit Bravo-Rufen haben die Zuhörer im kleinen Saal der Trierer Tufa den Musikerinnen des Trios Klezmers Techter für ihren Auftritt gedankt.

Trier. Wenn Klezmers Techter spielen, wähnt man sich zwischenzeitlich bei einem Hochzeitsfest unter ausgelassen feiernden Menschen. Das Trio übersetzt Geschichten in Musik, die Instrumente erzählen, kommunizieren miteinander. Klarinette und Akkordeon necken sich. Kontrabass und Akkordeon weben einen dichten Klangteppich für die beinah clownesken Extravaganzen der Klarinette, die in einem anderen Stück von einer feixend vor sich her trillernden Piccoloflöte in die zweite Reihe gedrängt wird. Die Motive spiegeln die Musikerinnen mit ihren Körpern, mit ihrer Mimik, sie werfen sich verschmitzte Blicke zu, lächeln, als lauschten sie einer lustigen Geschichte.
Faszinierend und facettenreich
Gabriela Kaufmann, Schülerin von Giora Feidman, setzt ihre (Bass-)Klarinette faszinierend facettenreich ein, lässt sie jauchzen, lallen, trillern, brummen, zieht Töne vorfreudig in die Länge, um dann mit den anderen in einen schnellen Tanz zu fallen. Nina Hacker spielt den konstanten, sanft oder swingend tönenden Kontrabass. Almut Schwab ist verantwortlich für die satten Akkordeon-Melodien wie für die teils lautmalerisch eingesetzte Querflöte und das dezente Klingen des Cimbalom, ein mit Klöppeln geschlagenes Saiteninstrument. “Shoshanim” heißt das Programm, es ist das hebräische Wort für Rosen, wie Kaufmann erklärt und auf die ambivalente Symbolkraft hinweist: “Keine Rosen ohne Dornen.” So vermitteln einige Stücke Sehnsucht und Wehmut bis zur tiefen Trauer, wie etwa jüdische Lieder aus der Zeit des Holocausts. Bei “Friling” (“Frühling”) spielt das Akkordeon schmerzhaft sirrende Töne in den höchsten Registern, der Kontrabass kräftige, einsame Herzschläge. In der folgenden Melodie ist die ursprüngliche Lebensfreude motivisch nur noch wie ein Echo, eine Erinnerung, hörbar.
Eine Erinnerung eben an jene Leichtigkeit, die Klezmers Techter den größten Teil des Abends verbreiten: Sie experimentieren – immer respektvoll – mit traditionellen Melodien, spicken sie mit jazzigen Versatzstücken, folgen den fahrenden Musikern in den Orient und integrieren augenzwinkernd auch mal ein Zitat an den Mainzer Karneval. Ihre Musik wirkt wie eine ständige Aufforderung, das Leben – manchmal trotz aller Hindernisse – zu lieben und zu feiern. arn



Musikfestzug im Markuszentrum (Allgemeine Zeitung, 18.03.2013)


Große Gefühle in Musik verpackt (Allgemeine Zeitung, 25.02.2013)


www.jazzclub-rheinhessen.de



Osthessen News, 22.01.2013
Unvergesslicher Konzertabend in Heubach: “Klezmers Techter” vor vollem Haus

22.01.13 – KALBACH – Draußen zehn Grad Frost? Kein Grund, daheim zu bleiben, wenn „Klezmers Techter” in Heubachs Synagoge spielen. Das sagen sich offenbar viele am vergangenen Samstagabend, denn nicht nur der Synagogenraum einschließlich Vorflur,sondern auch die Frauenempore waren bis auf den letzten Platz besetzt. Die drei Musikerinnen Gabriela Kaufmann(Klarinetten), Nina Hacker (Kontrabass) und Almut Schwab (Akkordeon, Flöten und Hackbrett) belohnten alle mit einem unvergesslichen Abend. Denn „Klezmers Techter” erweckten mit ihrem Musizieren den Raum der ehemaligen Synagoge zum Leben. Das lag sicherlich auch daran, was sie spielten: eben Lieder und Tänze, von denen viele zur jüdischen Volksmusik gehörten und die bei Festen und Feiern dazu gehörten. Allerdings kann man getrost bezweifeln, ob diese Musik in Heubach jemals zuvor mit solcher Perfektion und zugleich solcher Innigkeit erklungen ist.

Denn jede der Musikerinnen erwies sich als Meisterin auf ihrem Instrument. So gab es einfach keine technischen Schwierigkeiten, selbst wenn die drei sich in rasanteste Tempi steigerten.Gabriela Kaufmann verstand es, den enormen Tonumfang ihrer Bassklarinette voll auszunutzen und sie spielte das Instrument mal mit rotzig-frechem saxofonigem Ton, mal flötenweich und beschwörend. Mit Almut Schwab am Akkordeon und den Flöten entwickelte sie musikalische Zwiegespräche, mal voller Witz, mal voller Wehmut und Klage. Almut Schwab verstand es, ihre Flöten mit ungewöhnlichen Anblastechniken zum Rhythmusinstrument zu machen.

Bassistin Nina Hacker machte ihr Instrument mal zum Dialogpartner der Klarinette, mal zum „Schlagzeug” und immer zum tragenden Fundament der Formation zu machen. Kein Wunder, dass nach der ersten Zugabe, dem Gute-Nacht-Lied „Mak zi di Eygelekh” noch nicht Schluss war. Für den Förderverein bedankte sich Carmen Kugele bei den Künstlerinnen, und als die sich dann ein „Wir kommen gerne mal wieder” entlocken ließen, war die Begeisterung im Saal groß.


Melodiva, 09.10.2012:

Klezmers Techter
“Shoshanim ”

Echte Repräsentantinnen der Klezmer-Tradition, so nennt sie kein Geringerer als Giora Feidmann, der Grand Master der Klezmer Musik. Die drei Klezmer-Ladies Gabriela Kaufmann, Almut Schwab und Nina Hacker sind eine Ausnahme in der überwiegend von Männern besetzten Klezmer-Musikszene. Mit ihren unterschiedlichen musikalischen Erfahrungen aus Stilrichtungen von Klassik über Neue Musik bis zum Jazz führt das Trio die Klezmer-Tradition auf eindrucksvollste Weise fort und präsentiert auf seinem neuen Album 15 sehnsuchtsvolle musikalische Seufzer.
„Shoshanim“ nennen sie ihre neuste Scheibe, was auf Hebräisch “Rose” bedeutet. Das schwarze Cover ziert eine gelb-lilafarbene Blüte, deren zarten Rosenblätter leicht mit Tau betropft sind. Ein Bild, das eher an Trauriges als an Fröhliches denken lässt. Genau wie die Musik der Techter. Obwohl Klezmer Musik hauptsächlich Tanzmusik ist, bleibt die Grundstimmung melancholisch. Die Damen eröffnen mit einem Tanzlied „Der Khusid Geyt Tantsn“, in dem die dunklen Klänge der Bassklarinette und des Kontrabass überwiegen. Doch auch das darauffolgende „Sirba“, das mit tirilierenden Flötenmelodien durchzogen ist, beschwört trotz der hellen Töne eher eine sehnsuchtsvolle Stimmung herauf. Die typischen Klezmer-Liedarten wie Kolomeike (ein schneller, eingängiger Tanz im 2/4 Takt), Csardas (ein langsam beginnender und immer schneller werdender Tanz), oder Sirba (Volkstanz, der im Reigen aufgeführt wird) sind ebenso vertreten wie Tango, Walzer und Balladen. Spritzige Melodienläufe und tieftraurige Töne wechseln sich ab; auf hell zwitschernde Flötenklänge, die ein kurzes lächelndes Aufatmen erlauben, folgen tiefe Töne von Kontrabass und Bassklarinette, die sofort wieder in Verzweiflung stürzen. Selbst Stücke mit Titeln wie „Friling“ oder „Tango Freylekh“ verbreiten trotz der implizierten Leichtigkeit eine herrliche Schwermut. Mit dieser Musik lassen sich wunderbar Gedanken an Verflossene oder an unglückliche Zeiten zelebrieren. Ein kuscheliges Sofa, einen heißen Tee mit Schuss, eine Kerze und Klezmers Techter, die trotz der “leichten Schwermut”, die sie verbreiten, ein wohlig-warmes Gefühl hinterlassen – das ist perfekte Herbstmusik!
Tina Adomako
09.10.2012


Klezmers Techter begeistern im Gerberhaus (Wiesbadener Tagblatt, 27.09.2012)


Hr2 Kultur “Musik der Welt” , 28.06.2012:
“Es gibt nicht viele rein weiblich besetzte Klezmer-Ensembles in Deutschland, zumal solche, die so professionell arbeiten wie KLEZMERS TECHTER. Gabriela Kaufmann z.B. hat ihr Handwerk bei keinem Geringeren als Giora Feidman erlernt. Auch die beiden anderen sind studierte Vollblutmusikerinnen. Kein Wunder also, dass die drei längst ihr Publikum gefunden haben und weit über das Rhein-Main-Gebiet hinaus bekannt sind.
Mit einer neuen CD bringen sich die Frankfurter Techter noch einmal zusätzlich ins Gespräch: SHOSHANIM heißt das Album. Ein schönes, ein reifes und vielseitiges Album mit verschiedenen Klezmer-Traditionals in speziellen, ausschließlich instrumentalen Arrangements.
KLEZMERS TECHTER mit ihrer neuen CD SHOSHANIM – ein echter Tip!”


„Klezmers Techter“ musizieren in Monsheim (Wormser Zeitung, 11.08.2012


Hr2 Kultur “Musik der Welt” , 28.06.2012:
“Es gibt nicht viele rein weiblich besetzte Klezmer-Ensembles in Deutschland, zumal solche, die so professionell arbeiten wie KLEZMERS TECHTER. Gabriela Kaufmann z.B. hat ihr Handwerk bei keinem Geringeren als Giora Feidman erlernt. Auch die beiden anderen sind studierte Vollblutmusikerinnen. Kein Wunder also, dass die drei längst ihr Publikum gefunden haben und weit über das Rhein-Main-Gebiet hinaus bekannt sind.
Mit einer neuen CD bringen sich die Frankfurter Techter noch einmal zusätzlich ins Gespräch: SHOSHANIM heißt das Album. Ein schönes, ein reifes und vielseitiges Album mit verschiedenen Klezmer-Traditionals in speziellen, ausschließlich instrumentalen Arrangements.
KLEZMERS TECHTER mit ihrer neuen CD SHOSHANIM – ein echter Tip!”


Hofheimer Zeitung, 15.06.2012:
“Facettenreich wie das Leben”, Klezmers Techter in der Bonifatiuskirche
…In der gut besetzten Kirche genossen die Zuhörer zwei Stunden lang mit Begeisterung die große Vielfalt der dargebotenen Klezmermusik. Man hätte aufspringen und tanzen wollen, mit so viel ansteckender Spielfreude und Temperament musizierten die drei Vollblutmusikerinnen. Außergewöhnlich und spannend ist auch die große Vielfalt der Arrangements. Die Musik ist traditionell und innovativ. Tango, arabische, impressionistische und auch Elemente aus Jazz und Neuer Musik klingen durch. Trotz aller “Experimente” ist eine fundierte Kenntnis des traditionellen Klezmerstils und großer Respekt vor dem musikalischen Erbe dieser osteuropäischen Fest- und Tanzmusik immer spürbar. Ganz traditionell wird der Chupe Tanz gespielt, mit feierlichen Unisono-Melodien und mündet am Ende in einen fast wilden Freudentanz. In Funtashlik bereiten dumpf-spukige Kontrabassklänge und groovige Rhythmen von Nina Hacker sowie freche Akkordeoneinwürfe von Almut Schwab den Boden für ein tolles ausdrucksvoll-rhythmisches Baßklarinettensolo- funky. In einem Stück ahmt das Akkordeon, tonlos gespielt, den Atem des zum Tanzen gehenden chassidischen Juden nach. Auch das sephardische Lied “Los Bilbilicos” (“die Nachtigallen”) gehörte zum Programm:über eine schwermütige Melodie der Baßklarinette erhob sich die singende Nachtigall, beeindruckend improvisiert von Almut Schwab auf der Querflöte. Nina Hacker, der ruhende Pol, untermauert alles mit volltönenden Kontrabassgrooves. Und wenn sie Melodien spielt: ihr Bassspiel ist warm und gefühlvoll so wie ihr Solo am Anfang von “Makh tsi di eygelekh” über leisen Tönen des Zimbalon: atemlose Stille in der großen Kirche. Ein mitreißendes, begeisterndes und berührendes Konzert. Die zweistündige Reise durch alle Gefühlslagen verging wie im Flug.


Aus dem Wathlinger Echo, 02.05.2012:
“… Sie nennen ihr Programm „Shoshanim“, das hebräische Wort für Rosen. Die Rose als Symbol für Liebe und Glück, Hochzeitsfeiern und Fröhlichkeit, aber auch mit ihren Dornen für Schmerz und Trauer. So interpretierten sie das Klagelied eines Juden über seine im KZ ermordete Frau mit herben und fast bis zur Unhörbarkeit zurückgenommenen Klängen. Die Stille in der Kirche bewies, wie aufmerksam und angerührt das Publikum den Musikerinnen folgte. Danach besonders befreiend die „Freilechs“, die fröhlich wilden Tänze, teilweise abgewandelt unter lateinamerikanischem Einfluss wie ein Tango, oder als lustige Komposition ein Stück in Anlehnung an den Mainzer Karneval. Das war nicht nur spannend zu hören, sondern auch zu beobachten, wie die die drei Frauen sich im temperamentvollen Mit- und manchmal auch Gegeneinander Melodien und Rhythmen zuspielten. In der Mitte wie ein ruhender Pol Nina Hacker mit ihrem naturgemäß ortsfesten Kontrabass, und rechts und links davon wie Satelliten die beiden anderen äußerst beweglich mit Klarinetten und Akkordeon oder Flöte. Wenn man die tanzende Almut Schwab sieht, mag man nicht glauben, dass ihr Akkordeon 12 kg wiegt, und Gabriela Kaufmanns Bassklarinette scheint ohnehin schwerelos zu sein. Die deutlich gezeigte Freude am Musizieren übertrug sich augenblicklich auf die Zuhörer, sodass eine wirklich fröhliche Stimmung herrschte.
Ob ganz leise wie die Töne des Zimbalon oder crescendo mit dem gemeinsamen Aufbrausen von Akkordeon, Kontrabass und Bassklarinette, immer erreicht die Musik die Zuhörer. Die Klarinette schluchzt oder jubelt, die Flöte zwitschert oder ächzt, der Kontrabass swingt oder klopft dumpf, das Zimbalon flüstert wie mit Engelsglöckchen, und das Akkordeon reißt alle mit in immer rasanteren Wirbeln.”


Die Klarinette schluchzt (Wormser Zeitung, 23.04.2012)



Taunuszeitung 25.01.2012:
“Klänge voller großer Gefühle”
“Klezmers Techter und ihre mitreißende Klezmermusik sorgten für tolle Stimmung in Garniers Keller. Bereits eine halbe Stunde vor Konzertbeginn war der Veranstaltungsort proppevoll. Stühle und Hocker wurden herbeigeschafft, trotzdem mussten einige Besucher stehen…
Mit außergewöhnlicher musikalischer Energie und einer breiten Klangvielfalt führte das Trio zurück in die Vergangenheit, ließ Bilder aus dem alten jiddischen Schtetl entstehen.
Unzählige Facetten menschlicher Gefühle, die einzigartige Interpretation und die unbändige Spielfreude der drei Frauen erhoben das Konzert zu einem einzigartigen Ohrenschmaus.”


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